Haselnuss Wunder aus Bollweiler
Corylus avellana 'Wunder aus Bollweiler'
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Beschreibung
Die Haselnuss 'Wunder aus Bollweiler' wächst als Großstrauch auf etwa 6 Meter heran und braucht rund 4 Meter Standfläche; benannt ist sie nach einem Ort im Elsass, aus dem sie gar nicht stammt. Dorthin kam sie 1853: August Napoleon Baumann in Bollwiller erhielt sie von einem Liebhaber aus Schlesien, der seit vielen Jahren Haselnüsse aus Samen zog. Ein Jahr darauf wurde sie zum ersten Mal beschrieben, vom Elsass aus ging sie in den Handel, und bei diesem Namen ist es geblieben. Als Sämling der 'Halleschen Riesennuss' gilt sie bis heute, und wie diese trägt sie sehr große Nüsse. Zu sehen ist sie übrigens den ganzen Winter über: Ihre Kätzchen hängen dann längst fertig am Strauch und sind dabei rotbraun gefärbt.
Im März strecken sie sich und stäuben, gut 3 Wochen lang; die weiblichen Blüten muss man suchen, sie sitzen als winzige rote Büschel an den Knospen. Damit daraus Nüsse werden, braucht es eine zweite Haselsorte in der Nähe – umgekehrt ist diese hier eine geschätzte Bestäuberin für andere. Reif wird sie von Mitte bis Ende September, und nach gut 2 Wochen ist die Ernte vorbei. Die Nuss ist kugelig bis breit kegelförmig und misst 2,5 Zentimeter, vor allem aber wiegt sie: 4 Gramm bringt eine einzelne auf die Waage, mehr als jede andere Sorte, die in einem zwölfjährigen Anbauversuch in Thüringen danebenstand. Kern davon sind 39 Prozent, der Rest ist Schale – das ist eine Nuss für den Tisch und die Hand, weniger eine für die Verarbeitung in Menge, und im Geschmack zählt sie zu den besten. Woran man den Zeitpunkt sieht: Die Hülle wird trocken und brüchig. Weil diese die Nuss ohnehin nur zu zwei Dritteln umschließt, fällt sie dann von selbst heraus, und man liest sie unter dem Strauch auf, statt sie aus den Hüllen zu lösen. Getrocknet und in der Schale halten die Nüsse bis in den Februar; geröstet und im Gebäck kommen die großen Kerne am besten heraus.
Ökologisch lebt diese Hasel davon, dass sie sich unablässig selbst erneuert: Sie treibt auffallend viele Schosse aus der Wurzel, und wo man sie gewähren lässt, steht nach einigen Jahren ein vielstämmiges Dickicht aus alten und jungen Trieben nebeneinander. Blüte und Nüsse bleiben dadurch über Jahrzehnte erhalten, statt mit dem Alter der Stämme nachzulassen. Die Kätzchen öffnen sich im Vorfrühling und geben Pollen, wenn Bienen sonst kaum etwas finden. Und weil die Nüsse spät fallen und sich dabei von selbst aus den Hüllen lösen, liegen sie offen am Boden – zu der Zeit, in der Kleinsäuger und Vögel ihre Vorräte anlegen.
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Die Haselnuss 'Wunder aus Bollweiler' wächst als Großstrauch auf etwa 6 Meter heran und braucht rund 4 Meter Standfläche; benannt ist sie nach einem Ort im Elsass, aus dem sie gar nicht stammt. Dorthin kam sie 1853: August Napoleon Baumann in Bollwiller erhielt sie von einem Liebhaber aus Schlesien, der seit vielen Jahren Haselnüsse aus Samen zog. Ein Jahr darauf wurde sie zum ersten Mal beschrieben, vom Elsass aus ging sie in den Handel, und bei diesem Namen ist es geblieben. Als Sämling der 'Halleschen Riesennuss' gilt sie bis heute, und wie diese trägt sie sehr große Nüsse. Zu sehen ist sie übrigens den ganzen Winter über: Ihre Kätzchen hängen dann längst fertig am Strauch und sind dabei rotbraun gefärbt.
Im März strecken sie sich und stäuben, gut 3 Wochen lang; die weiblichen Blüten muss man suchen, sie sitzen als winzige rote Büschel an den Knospen. Damit daraus Nüsse werden, braucht es eine zweite Haselsorte in der Nähe – umgekehrt ist diese hier eine geschätzte Bestäuberin für andere. Reif wird sie von Mitte bis Ende September, und nach gut 2 Wochen ist die Ernte vorbei. Die Nuss ist kugelig bis breit kegelförmig und misst 2,5 Zentimeter, vor allem aber wiegt sie: 4 Gramm bringt eine einzelne auf die Waage, mehr als jede andere Sorte, die in einem zwölfjährigen Anbauversuch in Thüringen danebenstand. Kern davon sind 39 Prozent, der Rest ist Schale – das ist eine Nuss für den Tisch und die Hand, weniger eine für die Verarbeitung in Menge, und im Geschmack zählt sie zu den besten. Woran man den Zeitpunkt sieht: Die Hülle wird trocken und brüchig. Weil diese die Nuss ohnehin nur zu zwei Dritteln umschließt, fällt sie dann von selbst heraus, und man liest sie unter dem Strauch auf, statt sie aus den Hüllen zu lösen. Getrocknet und in der Schale halten die Nüsse bis in den Februar; geröstet und im Gebäck kommen die großen Kerne am besten heraus.
Ökologisch lebt diese Hasel davon, dass sie sich unablässig selbst erneuert: Sie treibt auffallend viele Schosse aus der Wurzel, und wo man sie gewähren lässt, steht nach einigen Jahren ein vielstämmiges Dickicht aus alten und jungen Trieben nebeneinander. Blüte und Nüsse bleiben dadurch über Jahrzehnte erhalten, statt mit dem Alter der Stämme nachzulassen. Die Kätzchen öffnen sich im Vorfrühling und geben Pollen, wenn Bienen sonst kaum etwas finden. Und weil die Nüsse spät fallen und sich dabei von selbst aus den Hüllen lösen, liegen sie offen am Boden – zu der Zeit, in der Kleinsäuger und Vögel ihre Vorräte anlegen.
Winterhärte
Zone 5: −28,9 bis −23,3 °C
Diese Pflanze ist winterhart und verträgt auch ausgeprägte Frostphasen.
Wuchs & Raum
- Wuchsform
- Höhe
- Breite
- Wurzelsystem
Standort & Boden
- Standort
- Wasserbedarf
- Stellung
- Bodenart
- auch auf mageren Böden
- Bodenfeuchte
- trockenfrischfeuchtnassstaunass
- pH
Ökologie & Verwendung
Ökologischer Wert
Verwendung
Besonderheiten
Phänologie und Vermehrung
Fremdbestäubung nötig — Befruchtersorte empfohlen
Pflege
- Schnittbedarf
- Resilienzen
- Schutz
Natürliche Verbreitung
Taxonomie
- Familie
- Birkengewächse(Betulaceae)
- Gattung
- Haseln(Corylus)
- Art-Syn.
- Gemeine Hasel, Gewöhnliche Hasel, Haselnussstrauch, Haselstrauch, Haselbusch, Hexenstrauch, Europäische Hasel
- Sorten-Syn.
- Wunder von Bollweiler, Weißmann Zeller, Bollwiller, Merveille de Bollwiller

