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Süßkirsche Große Germersdorfer

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Prunus avium 'Große Germersdorfer'

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Beschreibung

Die Süßkirsche ’Große Germersdorfer’ wächst als mittelhoher Baum auf etwa 7 Meter heran und braucht rund 5 Meter Standfläche. Entstanden ist sie um die Mitte des 19. Jahrhunderts als Zufallssämling in Germersdorf bei Guben, und von dort hat sie sich bald über den ganzen deutschsprachigen Raum verbreitet. Dass es so schnell ging, hatte einen Grund: Schon 1868, einem schlechten Kirschenjahr, trug sie sehr voll, und sie kommt bald in Ertrag. Unter den Süßkirschen blüht sie am spätesten, und zwar kräftig und reich – wo Spätfröste die früh blühenden Sorten erwischen, ist das ihr Vorteil, auch wenn die Blüte selbst Kälte nicht verträgt. Allein setzt sie keine Frucht an; als Partner taugt eine andere Süßkirsche gleicher Blütezeit, auch die Vogelkirsche.

Im April öffnen sich über 2 Wochen die reinweißen Blüten, bis zu 30 Millimeter breit. Geerntet wird ab Juli über rund 2 Wochen, zwischen dem 15. und dem 25. des Monats. Die Kirschen sind sehr groß – gut 25 Millimeter breit und bis zu 9 Gramm schwer –, herzförmig, und sie hängen an langen, kräftigen Stielen. Die Haut ist glatt, glänzend und zäher als bei anderen Kirschen; sie beginnt leuchtend kirschrot mit helleren Stricheln und Punkten und wird vollreif dunkelbraunrot, ganz schwarz aber nie. Das Fleisch ist fest und knackig, wie es die Knorpelkirschen auszeichnet, der Geschmack süß mit einer feinen Säure. Die Früchte halten lange am Baum, die Ernte lässt sich also über mehrere Durchgänge ziehen – zu lange aber nicht, denn dann kommen die Wespen, und nach anhaltendem Regen platzen die Kirschen auf. Lagern lassen sich Süßkirschen nicht; das meiste wird deshalb frisch gegessen, der Rest geht in Marmelade, Kompott und Saft, wird getrocknet oder gebrannt.

Weil sie unter den Süßkirschen am spätesten aufblüht, und das kräftig und reich, fällt ihre Blüte an das Ende der Kirschenblüte – in die Tage, in denen die früheren Sorten schon durch sind. Nektar gibt es reichlich, und er sitzt so flach in der offenen Blüte, dass auch Insekten mit kurzem Rüssel an ihn herankommen: An die Süßkirschenblüte gehen Schwebfliegen, Bienen und Falter, im April dazu Honigbienen und Hummeln, und aus ihr entsteht ein heller Honig von feinem Aroma. Vom Laub der Süßkirsche leben 20 Schmetterlingsarten; 3 von ihnen kommen ohne Kirschen und deren nächste Verwandte nicht aus. Die Früchte zählen zur wichtigen Vogelnahrung: Amseln, Stare und Krähen holen sie sich und tragen die Kerne mit fort, und aus denen geht die Kirsche an anderer Stelle von selbst wieder auf – im Wald nennt man das Vogelsaat.

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Winterhärte

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−51°
−46°
−40°
−34°
−29°
−23°
−18°
−12°
−7°
−1°
+4°
5

Zone 5: −28,9 bis −23,3 °C

Diese Pflanze ist winterhart und verträgt auch ausgeprägte Frostphasen.

Wuchs & Raum

Wuchsform
Mittelhoher Baum
Höhe
7.0 m
Breite
5.0 m
Wurzelsystem
Herzwurzler

Standort & Boden

Standort
sonnig, halbschattig
Wasserbedarf
mittel
Stellung
Gruppe, Plantage, Solitär
Bodenart
Sand, Lehm, durchlässig, humos
Bodenfeuchte
trocken
frisch
feucht
nass
staunass
pH
kalkhaltig

Ökologie & Verwendung

Ökologischer Wert

Bienenweide Insektenmagnet Vogelnährgehölz Raupenfutterpflanze

Verwendung

Früchte Direktverzehr Verarbeitung

Besonderheiten

Herbstfärber

Phänologie und Vermehrung

Blüte2 Wo
Ernte2 Wo
MrzAprMaiJunJulAug

Fremdbestäubung nötig — Befruchtersorte empfohlen

Pflege

Schnittbedarf
mittel
Resilienzen
Winterfrost
Schutz
Mulchen

Natürliche Verbreitung

Nordeuropa (10) Mitteleuropa (11) Südwesteuropa (12) Südosteuropa (13) Osteuropa (14) Nordafrika (20) Makaronesien (21) Westliches Tropenafrika (22) Zentrales Tropenafrika (23) Nordöstliches Tropenafrika (24) Östliches Tropenafrika (25) Südliches Tropenafrika (26) Südliches Afrika (27) Mittlerer Atlantik (28) Westlicher Indischer Ozean (29) Sibirien (30) Russischer Ferner Osten (31) Zentralasien (32) Kaukasus (33) Westasien (34) Arabische Halbinsel (35) China (36) Mongolei (37) Ostasien (38) Indischer Subkontinent (40) Indochina (41) Malesien (42) Papuasien (43) Australien (50) Neuseeland (51) Südwestpazifik (60) Südzentralpazifik (61) Nordwestpazifik (62) Nordzentralpazifik (63) Subarktisches Amerika (70) Westkanada (71) Ostkanada (72) Nordwestliche USA (73) Nördliche Zentral-USA (74) Nordöstliche USA (75) Südwestliche USA (76) Südliche Zentral-USA (77) Südöstliche USA (78) Mexiko (79) Zentralamerika (80) Karibik (81) Nördliches Südamerika (82) Westliches Südamerika (83) Brasilien (84) Südliches Südamerika (85) Subantarktische Inseln (90) Antarktis (91)

Taxonomie

Familie
Rosengewächse(Rosaceae)
Gattung
Steinobstgewächse(Prunus)
Art-Syn.
Herzkirsche, Süßkirsche, Süßkirschenbaum, Vogelkirsche, Wilde Vogelkirsche, Waldkirsche, Süsskirsche, Vogel-Kirsche
Sorten-Syn.
Bigarreau de Germersdorf, Bigarreau Noir de Germersdorf, Germersdorfer, Germersdorfer Riesen, Germersdorfer schwarze Knorpelkirsche, Großer Germersdorfer Knorpelkirsche, Germersdorfská, Marmorkirsche, Mertschings Sämling