Eberesche Edulis

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Sorbus aucuparia 'Edulis'

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Beschreibung

Die Eberesche 'Edulis' wächst als Großbaum auf etwa 15 Meter heran und braucht rund 6 Meter Standfläche. Sie geht auf einen einzelnen Baum zurück, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Bergen Nordmährens auffiel, weil seine Beeren nicht herb schmeckten – der Bitterstoff, der wilde Vogelbeeren ungenießbar macht, fehlt dieser Form fast ganz. Beschrieben hat sie zuerst der Forstbeamte Franz Kraetzl, 1885; 1887 kam sie als 'Edulis' in den Handel, und 1890 widmete Kraetzl ihr eine eigene Schrift. Um 1900 förderte das k. k. Ackerbauministerium ihren Anbau mit Zuschüssen und wollte sie sogar in den Schulgärten sehen. 1904 sprach im badischen Landtag ein Abgeordneter aus dem Schwarzwald für sie: ein Baum für die höher gelegenen, obstarmen Gegenden, in denen sonst nichts mehr trägt.

Geblüht wird im Mai, 3 Wochen lang. Die einzelne Blüte ist keinen Zentimeter breit, aber 200 und mehr stehen in einer flachen cremeweißen Dolde. Fruchten wird der Baum nur, wenn ein zweiter in Reichweite steht – eigener Pollen genügt den Ebereschen nicht. Geerntet wird ab August, über 3 Wochen. Die Beeren sind 1 bis 1,5 Zentimeter groß, unreif orange, vollreif glänzend scharlachrot mit hellgelben Punkten. Sie schmecken süßsauer statt herb und erinnern im Aroma an Preiselbeeren – roh essbar, wenn auch ausgesprochen sauer. Wann gepflückt wird, entscheidet, was daraus wird: Ende August bis Mitte September sind die Früchte fest und säurereich und geben das beste Gelee, Kompott und Fruchtmark; die Vollreife folgt etwa 4 Wochen später und liefert Saft und Likör; beim Brennen gibt dieselbe Menge Maische bis zu 4,7 Liter reinen Alkohol, für gewöhnliche Vogelbeeren werden 2 angesetzt. Getrocknet halten die Beeren den Winter über. Der Ertrag lässt auf sich warten: Vom 5. Standjahr an sind einige Kilogramm zu erwarten, der volle Ertrag kommt erst ab dem 10.

Für Vögel ist die Eberesche eines der ergiebigsten heimischen Gehölze: In einer Erhebung an mitteleuropäischen Waldbeständen wurden an ihr 63 Vogelarten gezählt, mehr als an jedem anderen dort untersuchten Gehölz. Amseln, Sing- und Misteldrosseln, Stare und Gimpel gehen an die Beeren, im Winter auch Seidenschwänze; dazu Siebenschläfer, Haselmaus und Rötelmaus. An den Blättern fressen die Raupen von Frostspanner und Weißdornspinner, ohne dass die Art als anfällig gilt. Und weil die gefiederten Blätter klein sind, kommt viel Licht durch die Krone – gemessen bis zu 40 Prozent, wo unter großblättrigen Bäumen oft nur 5 Prozent ankommen. Unter ihr wächst darum mehr als unter den meisten Bäumen ihrer Größe.

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Winterhärte

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−51°
−46°
−40°
−34°
−29°
−23°
−18°
−12°
−7°
−1°
+4°
3

Zone 3: −40,0 bis −34,4 °C

Diese Pflanze ist sehr frostresistent und kommt mit harten Wintern gut zurecht.

Wuchs & Raum

Wuchsform
Großbaum
Höhe
15.0 m
Breite
6.0 m
Wurzelsystem
Herzwurzler

Standort & Boden

Standort
sonnig, halbschattig
Wasserbedarf
mittel
Stellung
Solitär, Gruppe, Plantage
Bodenart
Sand, Lehm, durchlässig, humos auch auf mageren Böden
Bodenfeuchte
trocken
frisch
feucht
nass
staunass

Ökologie & Verwendung

Ökologischer Wert

Bienenweide Insektenmagnet Vogelnährgehölz Raupenfutterpflanze

Verwendung

Beeren Direktverzehr Verarbeitung

Besonderheiten

Herbstfärber Schattenspender Windschutz

Phänologie und Vermehrung

Blüte3 Wo
Ernte3 Wo
AprMaiJunJulAugSep

Fremdbestäubung nötig — Befruchtersorte empfohlen

Pflege

Schnittbedarf
gering
Resilienzen
Winterfrost
Schutz
keine

Natürliche Verbreitung

Nordeuropa (10) Mitteleuropa (11) Südwesteuropa (12) Südosteuropa (13) Osteuropa (14) Nordafrika (20) Makaronesien (21) Westliches Tropenafrika (22) Zentrales Tropenafrika (23) Nordöstliches Tropenafrika (24) Östliches Tropenafrika (25) Südliches Tropenafrika (26) Südliches Afrika (27) Mittlerer Atlantik (28) Westlicher Indischer Ozean (29) Sibirien (30) Russischer Ferner Osten (31) Zentralasien (32) Kaukasus (33) Westasien (34) Arabische Halbinsel (35) China (36) Mongolei (37) Ostasien (38) Indischer Subkontinent (40) Indochina (41) Malesien (42) Papuasien (43) Australien (50) Neuseeland (51) Südwestpazifik (60) Südzentralpazifik (61) Nordwestpazifik (62) Nordzentralpazifik (63) Subarktisches Amerika (70) Westkanada (71) Ostkanada (72) Nordwestliche USA (73) Nördliche Zentral-USA (74) Nordöstliche USA (75) Südwestliche USA (76) Südliche Zentral-USA (77) Südöstliche USA (78) Mexiko (79) Zentralamerika (80) Karibik (81) Nördliches Südamerika (82) Westliches Südamerika (83) Brasilien (84) Südliches Südamerika (85) Subantarktische Inseln (90) Antarktis (91)

Taxonomie

Familie
Rosengewächse(Rosaceae)
Gattung
Mehlbeeren(Sorbus)
Art-Syn.
Vogelbeere, Europäische Vogelbeere, Gewöhnliche Vogelbeere, Vogelbeerbaum, Eberesche, Drosselbeere, Quitsche, Krametsbeere, Amselbeere, Ebisch
Sorten-Syn.
Moravica, Dulcis