Eberesche — Sorbus aucuparia

Eberesche

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Sorbus aucuparia

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Beschreibung

Die Eberesche wächst als Großbaum auf etwa 15 Meter heran und braucht rund 8 Meter Standfläche. Sie ist der Laubbaum, der am weitesten nach Norden reicht – auf Island und am Nordkap wächst sie noch, im Süden bis Sizilien, und in Tirol steigt sie auf 2.400 Meter, wo sonst kaum ein Laubbaum mehr steht. Möglich macht das eine Eigenheit ihrer Zweige: Unter der glatten Rinde sitzt Chlorophyll, sie können also arbeiten, bevor überhaupt ein Blatt da ist. Im Lärchen- und Zirbenwald der Hochlagen ist sie oft der einzige Laubbaum. Ihr Name wird auf das Blatt zurückgeführt, das dem der Esche gleicht, ohne dass die beiden verwandt wären: Aber-Esche, falsche Esche. 1997 war sie Baum des Jahres.

Geblüht wird im Mai, 3 Wochen lang. Eine Dolde von etwa 15 Zentimetern Breite fasst 200 bis 300 cremeweiße Einzelblüten; ihr Duft ist streng, verantwortlich dafür ist Methylamin. Auf einen Fremdbefruchter ist sie angewiesen; ein einzeln stehender Baum bringt keinen Ertrag. Geerntet wird ab September, über 3 Wochen. Die Beeren sind kugelig, knapp 1 Zentimeter groß und korallenrot. Roh taugen sie nicht: Parasorbinsäure macht sie bitter und in größerer Menge unbekömmlich, sie reizt die Magenschleimhaut. Kochen und Trocknen zerstören den Stoff – dann geben die Beeren ein Gelee, das überliefert zu Wild gereicht wird, dazu Kompott, Fruchtmark, Saft und Likör. Wer den herben Ton weiter dämpfen will, kocht Äpfel, Birnen oder Quitten mit. Gepflückt werden ganze Fruchtstände, und dabei ist Vorsicht geboten: An ihrem Ansatz sitzen schon die Blütenknospen des nächsten Jahres. Ein ausgewachsener Baum trägt 20 bis 40 Kilogramm. Getrocknet werden die Beeren haltbar, und aus den Blüten lässt sich ein Tee bereiten.

Bestäubt wird die Eberesche von Insekten und nicht vom Wind wie die meisten Waldbäume; sie gilt als Bienenweide, und Nektar wie Pollen sind auch für Hummeln von Wert. Ihre Beeren gibt sie an die Vögel weiter, und die tragen die Samen fort – darin unterscheidet sie sich von Aspe, Weide und Birke, die dem Wind vertrauen. Was nicht sofort keimt, wartet: Bis zu 5 Jahre bleiben die Samen im Boden liegen, ehe sie ihre Gelegenheit bekommen. Im Winter kommen die Gäste von weit her – Rotdrosseln und Seidenschwänze nehmen die Beeren auf ihrem Einflug nach Mitteleuropa; der Seidenschwanz hat eine so große Leber, dass ihm sogar gärende Früchte nichts anhaben. Herabgefallenes holen sich Rot-, Reh- und Schwarzwild, dazu Fuchs und Dachs. Und sie gibt dem Boden etwas zurück: Ihr Laub ist reich an Kalk und Phosphor, die Streu zersetzt sich rasch, der Humus darunter wird besser.

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Winterhärte

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−51°
−46°
−40°
−34°
−29°
−23°
−18°
−12°
−7°
−1°
+4°
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Zone 3: −40,0 bis −34,4 °C

Diese Pflanze ist sehr frostresistent und kommt mit harten Wintern gut zurecht.

Wuchs & Raum

Wuchsform
Großbaum
Höhe
15.0 m
Breite
8.0 m
Wurzelsystem
Herzwurzler

Standort & Boden

Standort
sonnig, halbschattig
Wasserbedarf
mittel
Stellung
Solitär, Gruppe, Plantage
Bodenart
Sand, Lehm, durchlässig, humos auch auf mageren Böden
Bodenfeuchte
trocken
frisch
feucht
nass
staunass

Ökologie & Verwendung

Ökologischer Wert

Bienenweide Insektenmagnet Vogelnährgehölz Raupenfutterpflanze

Verwendung

Beeren Verarbeitung Tee- oder Gewürzpflanze Brennholz

Besonderheiten

Herbstfärber Schattenspender Windschutz

Phänologie und Vermehrung

Blüte3 Wo
Ernte3 Wo
AprMaiJunJulAugSepOkt

Fremdbestäubung nötig — Befruchtersorte empfohlen

Pflege

Schnittbedarf
gering
Resilienzen
Krankheiten Schädlinge Winterfrost Spätfrost Nährstoffmangel
Schutz
keine

Natürliche Verbreitung

Nordeuropa (10) Mitteleuropa (11) Südwesteuropa (12) Südosteuropa (13) Osteuropa (14) Nordafrika (20) Makaronesien (21) Westliches Tropenafrika (22) Zentrales Tropenafrika (23) Nordöstliches Tropenafrika (24) Östliches Tropenafrika (25) Südliches Tropenafrika (26) Südliches Afrika (27) Mittlerer Atlantik (28) Westlicher Indischer Ozean (29) Sibirien (30) Russischer Ferner Osten (31) Zentralasien (32) Kaukasus (33) Westasien (34) Arabische Halbinsel (35) China (36) Mongolei (37) Ostasien (38) Indischer Subkontinent (40) Indochina (41) Malesien (42) Papuasien (43) Australien (50) Neuseeland (51) Südwestpazifik (60) Südzentralpazifik (61) Nordwestpazifik (62) Nordzentralpazifik (63) Subarktisches Amerika (70) Westkanada (71) Ostkanada (72) Nordwestliche USA (73) Nördliche Zentral-USA (74) Nordöstliche USA (75) Südwestliche USA (76) Südliche Zentral-USA (77) Südöstliche USA (78) Mexiko (79) Zentralamerika (80) Karibik (81) Nördliches Südamerika (82) Westliches Südamerika (83) Brasilien (84) Südliches Südamerika (85) Subantarktische Inseln (90) Antarktis (91)

Taxonomie

Familie
Rosengewächse(Rosaceae)
Gattung
Mehlbeeren(Sorbus)
Art-Syn.
Vogelbeere, Europäische Vogelbeere, Gewöhnliche Vogelbeere, Vogelbeerbaum, Eberesche, Drosselbeere, Quitsche, Krametsbeere, Amselbeere, Ebisch