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Beschreibung
Die Schlehe wächst als Großstrauch auf etwa 4 Meter heran und braucht rund 4 Meter Standfläche, die sie sich mit Wurzelsprossen auch nimmt. Sie wächst wild in ganz Europa, in Nordafrika und bis Mittelasien hinein, stammt ursprünglich aber aus Vorder- und Mittelasien. An der Entstehung der Zwetschge war sie im Kaukasus maßgeblich beteiligt; Pflaumen, Mirabellen und Renekloden gehen vermutlich ebenso auf eine Kreuzung von Schlehe und Kirschpflaume zurück. Gegessen wird sie in Mitteleuropa seit der Pfahlbauzeit; Schlehensteine aus den Bodensee-Siedlungen bezeugen es. Gepflanzt wird sie dagegen fast nirgends: Allein in Navarra stehen 138 Hektar bei 24 Erzeugern, seit 1987 die einzige Gegend Europas, in der die Art angebaut und nicht bloß gesammelt wird. Für Früchte braucht sie eine zweite, andere Pflanze daneben – eine Kirschpflaume oder eine Pflaume tut es.
Ab März öffnen sich über 3 Wochen die weißen Blüten, einzeln, vor dem Laub, so dicht, dass der Strauch weiß wirkt. Ab Oktober reifen über 3 Wochen die kugeligen Früchte, 15 Millimeter groß, blau bereift und darunter fast schwarz; sie haften oft bis in den Winter. Um einen großen Stein liegt nur dünnes Fruchtfleisch, roh herb. Den ersten Frost abzuwarten ist der verbreitete Rat, und er trifft zu: Frost mildert die Herbe, die Früchte werden süß-säuerlich. Nötig ist er nicht – die Gerbstoffe geben auch dem Quetschen nach, und Erhitzen süßt; wer Ende Oktober pflückt, hat die beste Qualität. Früchte trägt sie ab dem 3. bis 4. Jahr. Geerntet wird, indem man die Zweige über ein Tuch abklopft. Daraus entsteht Likör – in Britannien Sloe Gin, in Navarra Pacharán, in Frankreich Prunelle –, dazu Gelee und Sirup; unreif werden sie dort wie Oliven eingelegt. Getrocknete Blüten geben Tee, aber sparsam: Sie führen Spuren eines Blausäureglykosids.
Die Schlehe blüht, wenn sonst kaum etwas blüht, und gibt dann reichlich Nektar und Pollen. Der Nektar steht halb offen in einer flachen Blüte, sodass ihn auch kurzrüsselige Besucher erreichen – Bienen, Falter und Schwebfliegen. An Schlehenlaub leben 128 Schmetterlingsarten; die Zahl gilt für die Artengruppe der Schlehen, nicht für die Gewöhnliche allein. 2 von ihnen fressen ausschließlich an Schlehen – der Kleine Schlehen-Zipfelfalter und die Schlehen-Jaspiseule –, 13 weitere nur an Schlehe und ihren nächsten Verwandten, darunter der Nierenfleck-Zipfelfalter. Die Früchte werden von Vögeln und Säugern gefressen, die die Steine unversehrt absetzen und so die Art verbreiten; das dornige Dickicht der Wurzelsprosse gibt Deckung und Nistplatz.
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Die Schlehe wächst als Großstrauch auf etwa 4 Meter heran und braucht rund 4 Meter Standfläche, die sie sich mit Wurzelsprossen auch nimmt. Sie wächst wild in ganz Europa, in Nordafrika und bis Mittelasien hinein, stammt ursprünglich aber aus Vorder- und Mittelasien. An der Entstehung der Zwetschge war sie im Kaukasus maßgeblich beteiligt; Pflaumen, Mirabellen und Renekloden gehen vermutlich ebenso auf eine Kreuzung von Schlehe und Kirschpflaume zurück. Gegessen wird sie in Mitteleuropa seit der Pfahlbauzeit; Schlehensteine aus den Bodensee-Siedlungen bezeugen es. Gepflanzt wird sie dagegen fast nirgends: Allein in Navarra stehen 138 Hektar bei 24 Erzeugern, seit 1987 die einzige Gegend Europas, in der die Art angebaut und nicht bloß gesammelt wird. Für Früchte braucht sie eine zweite, andere Pflanze daneben – eine Kirschpflaume oder eine Pflaume tut es.
Ab März öffnen sich über 3 Wochen die weißen Blüten, einzeln, vor dem Laub, so dicht, dass der Strauch weiß wirkt. Ab Oktober reifen über 3 Wochen die kugeligen Früchte, 15 Millimeter groß, blau bereift und darunter fast schwarz; sie haften oft bis in den Winter. Um einen großen Stein liegt nur dünnes Fruchtfleisch, roh herb. Den ersten Frost abzuwarten ist der verbreitete Rat, und er trifft zu: Frost mildert die Herbe, die Früchte werden süß-säuerlich. Nötig ist er nicht – die Gerbstoffe geben auch dem Quetschen nach, und Erhitzen süßt; wer Ende Oktober pflückt, hat die beste Qualität. Früchte trägt sie ab dem 3. bis 4. Jahr. Geerntet wird, indem man die Zweige über ein Tuch abklopft. Daraus entsteht Likör – in Britannien Sloe Gin, in Navarra Pacharán, in Frankreich Prunelle –, dazu Gelee und Sirup; unreif werden sie dort wie Oliven eingelegt. Getrocknete Blüten geben Tee, aber sparsam: Sie führen Spuren eines Blausäureglykosids.
Die Schlehe blüht, wenn sonst kaum etwas blüht, und gibt dann reichlich Nektar und Pollen. Der Nektar steht halb offen in einer flachen Blüte, sodass ihn auch kurzrüsselige Besucher erreichen – Bienen, Falter und Schwebfliegen. An Schlehenlaub leben 128 Schmetterlingsarten; die Zahl gilt für die Artengruppe der Schlehen, nicht für die Gewöhnliche allein. 2 von ihnen fressen ausschließlich an Schlehen – der Kleine Schlehen-Zipfelfalter und die Schlehen-Jaspiseule –, 13 weitere nur an Schlehe und ihren nächsten Verwandten, darunter der Nierenfleck-Zipfelfalter. Die Früchte werden von Vögeln und Säugern gefressen, die die Steine unversehrt absetzen und so die Art verbreiten; das dornige Dickicht der Wurzelsprosse gibt Deckung und Nistplatz.
Winterhärte
Zone 4: −34,4 bis −28,9 °C
Diese Pflanze ist robust und toleriert starke Fröste zuverlässig.
Wuchs & Raum
- Wuchsform
- Höhe
- Breite
- Wurzelsystem
Standort & Boden
- Standort
- Wasserbedarf
- Stellung
- Bodenart
- auch auf mageren Böden
- Bodenfeuchte
- trockenfrischfeuchtnassstaunass
Ökologie & Verwendung
Ökologischer Wert
Verwendung
Besonderheiten
Phänologie und Vermehrung
Fremdbestäubung nötig — Befruchtersorte empfohlen
Pflege
- Schnittbedarf
- Resilienzen
- Schutz
Natürliche Verbreitung
Taxonomie
- Familie
- Rosengewächse(Rosaceae)
- Gattung
- Steinobstgewächse(Prunus)
- Art-Syn.
- Schlehdorn, Schwarzdorn, Schleh, Kietschke Pflaume, Saudorn, Haferschlehe, Bockbeerli, Artengruppe Schlehe, Gewöhnliche Schlehe

